Nachhaltigkeit ist eine Denkhaltung

Es ist bereits Oktober und immer noch zeigen sich sommerliche Temperaturen. Die drohenden Auswirkungen der Klimakrise zwingen uns zu handeln. Ein Vorreiter in unserem Unternehmen ist Alois Radelsböck. Der Leiter unserer ARGE Nachhaltigkeit erzählt im dritten Interview unserer Serie, welchen Beitrag er privat aber auch beruflich leistet.

Welche Rolle spielt für Sie privat das Thema Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit heißt für mich, mit unseren Ressourcen so umzugehen, dass auch die nächsten Generationen die gleichen Chancen auf ein erfülltes und gesundes Leben haben. Meine Familie und ich versuchen unseren Beitrag zu leisten – z. B. indem wir in unserem Garten selbst Obst und Gemüse anbauen, nur mit einem Auto auskommen oder die Umweltenergie für die Heizung und das Warmwasser im eigenen Haus nutzen.

 

Warum ist das Thema Energie in den tirol kliniken so relevant?

DI Alois Radelsböck ist Abteilungs-vorstand der Bau und Technik und Leiter der ARGE Nachhaltigkeit

Moderne Behandlungsmethoden werden immer energieintensiver und Anforderungen wie Hygienestandards, Raumklima oder Sicherheit höher. Während sich die Gesundheitsversorgung ausweitet, stellen wir uns jedoch gleichzeitig der Herausforderung, unseren Energiebedarf und CO2-Ausstoß zu senken. Nur so können wir dem Klimawandel entgegenwirken.

In den tirol kliniken konnte im Bereich Energie bereits vieles umgesetzt werden. Wir bemühen uns, erneuerbare Energieformen zu nutzen. So werden neue Gebäude sehr energieeffizient gestaltet und technische Einrichtungen sukzessive optimiert. Beispiele dafür sind die Wärmerückgewinnung bei Lüftungsanlagen oder die Reduktion der Vorlauftemperaturen bei der Heizung. Gleichzeitig setzen wir auf Umweltenergie: Das Brunnenwasser wird zur Kühlung verwendet, die Energie mit Wärmepumpen wieder entzogen und für die Warmwasserbereitung und Raumheizung genutzt. Durch die Arbeit eines engagierten Teams konnte der Endenergiebedarf, bezogen auf 2013, trotz Flächenzuwachs bereits um 6.600 MWh reduziert werden. Darauf bin ich stolz!

 

 

Was wäre Ihnen ein besonderes Anliegen?

Durch technische und bauliche Maßnahmen bewirken wir bereits einiges, doch gerade der Mensch als Ressourcenverbraucher spielt eine wesentliche Rolle. Im Herbst 2014 haben wir mit der Kampagne „5 mal mehr Energie am Arbeitsplatz“ gestartet. Viele unserer Mitarbeiter haben durch kleine, alltägliche Dinge wie beim Verlassen des Büros das Licht auszuschalten oder mal die Stiege zu nehmen einen wertvollen Beitrag geleistet. Dafür möchte ich mich bedanken! Ich bitte aber auch gleichzeitig uns weiterhin zu unterstützen und diesen eingeschlagenen Weg mit uns weiterzugehen. Denn Nachhaltigkeit ist eine Denkhaltung. Es geht darum, welche Welt wir unseren Kindern hinterlassen möchten. Und 8.550 Mitarbeitern können durch viele kleine Dinge eine Menge bewirken. Daher wäre mein persönlicher Wunsch, dass das Thema Nachhaltigkeit alle Bereiche der tirol kliniken durchdringt – von unseren Führungskräften aufgenommen und bei den Mitarbeitern zu einer selbstverständlichen inneren Haltung wird, die auch das Handeln beeinflusst. Letztlich ist eine intakte Umwelt die beste Gesundheitsprävention.

 

 

Energiemanagement in den tirol kliniken

Um als Vorreiter und vor allem als Vorbild nachhaltig mit unseren Energieressourcen umzugehen, wurde das Energiemanagement Ende 2013 in den tirol kliniken eingeführt. Seitdem investiert das Projektteam ARGE Energie viel Herz und Hirn, um Einsparungspotenziale systematisch zu erheben und Energie optimal und verantwortungsvoll einzusetzen. Seit 2015 wird unser Unternehmen regelmäßig in einem aufwendigen externen Prüfverfahren beurteilt – das Ergebnis: Unser Energiemanagementsystem ist nach ISO 50001:2011 zertifiziert.

Unsere Ziele

  • Energieverbrauch: – 7 % bis 2020 (bezogen auf 2013 bei gleichzeitigem Flächenzuwachs von 12 %)
  • Anteile erneuerbarer Energieträger: + 50 % bis 2035
  • Energie- und CO2e-Verbrauch 2018 in den tirol kliniken
  • Spezifischer Gesamtenergiebedarf: 183,3 kWh/BGF
  • Gesamt-Energieverbrauch: 126.000 MWh (163.600 MWh witterungsbereinigt)
  • Wärmeenergiebedarf: 66.600 MWh (Erdgas, gasbefeuerte und biogene Fernwärme sowie Wärmepumpen)
  • Anteil erneuerbarer Energieträger: 59%
  • Treibhausgasemissionen/Jahr: 16.100 t CO2e
  • Jährliche Energiekosten: 8,2 Mio. Euro

Hier gibt’s ein paar gute Tipps rund um Energiesparen und Nachhaltigkeit, aber auch Rezeptideen und einen Saisonkalender für regionale Lebensmittel.

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