Rund zwei Kilometer ist die Ringleitung der Medizingase lang, die sich wie feine Adern durch die Gebäude der Innsbrucker Klinik zieht. Sie versorgt Patient:innenzimmer, OP-Säle und Labore zuverlässig mit Sauerstoff, Kohlendioxid, Druckluft und Stickstoff. Auch in Hall, Natters und Hochzirl sorgt die technische Infrastruktur im Hintergrund für eine sichere Medizingas-Versorgung.
Entnahmestellen

Wussten Sie, dass es allein an der Klinik in Innsbruck 12 000 Entnahmestellen für Medizingase gibt? Im LKH Hall sind 2084 und im LKH Hochzirl-Natters 800 Auslässe verbaut.
Diese Anschlussstellen in den Wänden von Behandlungsräumen oder in Stationszimmern ermöglichen eine direkte Versorgung mit Medizingasen wie Sauerstoff oder medizinischer Atemluft und auch dem medizinischen Vakuum. Sauerstoff und medizinische Druckluft bzw. aufbereitete Atemluft werden bei der Behandlung von Patient:innen am häufigsten gebraucht – z. B. zur Behandlung bei Sauerstoffmangel.
Sauerstoff
Wussten Sie, dass Medizinischer Sauerstoff ein Ablaufdatum hat? Und zwar zwei Jahre ab Abfüllung. Die Abfüllung in Flaschen unterliegt den Qualitätsvorschriften der Medikamentenherstellung. Die meisten Standorte werden von einer externen Firma mit Sauerstoffflaschen beliefert, in Innsbruck wird die Abfüllung von speziell geschulten technischen Mitarbeitern durchgeführt.

Ca. 500 000 Liter flüssiger Sauerstoff werden pro Jahr an der Innsbrucker Klinik verbraucht, in Hall sind es rund 80 000 Liter. Das Landeskrankenhaus Hochzirl-Natters verbraucht 120 000 Liter jährlich. Der Großteil wird in Tanks gelagert, die wöchentlich nachgefüllt werden. Gelagert wird Sauerstoff in flüssiger Form, über die Leitungen kommt er dann als Gas in die jeweiligen Behandlungsbereiche.
Vakuum

Wussten Sie, dass Vakuum auch zu den „Medizingasen“ zählt? Es dient zum Absaugen von Sekreten oder Körperflüssigkeiten. Das braucht es zum Beispiel auf Intensivstationen bei beatmeten und schwer erkrankten Personen oder auch in den Notaufnahmen.
Es gibt aber noch viele weitere Einsatzbereiche von Vakuum, zum Beispiel auf der Zahnklinik oder bei
Operationen. In Hall und Innsbruck werden jeweils zwei Vakuum-Pumpanlagen betrieben, auch in Natters kommt eine Pumpanlage zum Einsatz.
Stickstoff
Wussten Sie, dass in der „MedGas“-Werkstätte in Innsbruck manchmal „Nebel“ aufsteigt? Stickstoff (N2) wird in flüssiger Form gelagert und ist extrem kalt, der Siedepunkt liegt bei -196°C. Beim Umfüllen in Transportgefäße verdampft Stickstoff und kühlt die Umgebungsluft. Das Wasser in der Luft kondensiert und bildet eine weiße, kalte Wolke, die wie Nebel oder Rauch aussieht. Stickstoff wird vor allem in Laboren oder für den Betrieb medizinischer Geräte verwendet.

Trockeneis

Wussten Sie, dass Trockeneis aus CO2
besteht? Trockeneis wird vor allem im Labor und zur Kühlung beim Transport von Proben gebraucht. Trockeneis sieht aus wie Eis, wird aber beim “ Schmelzen“ nicht flüssig, sondern sofort gasförmig. Diesen Vorgang nennt man Sublimation. Trockeneis hat -78,5°C und erzeugt wie Stickstoff eine Abkühlung der Umgebungsluft, die „weiße Nebelschwaden“ durch die kondensierten Wasserteilchen in der Luft erzeugt. Als Gas wird medizinisches CO2 zum Beispiel bei minimalinvasiven Operationen eingesetzt: Das Gas „bläst“ z. B. bei Operationen den Bauchraum auf und schaff t so Platz für die Geräte der Chirurg:innen.
HOCH³ – Magazin der tirol kliniken
Viermal im Jahr erscheint das Magazin HOCH³ und erzählt Geschichten der Menschen in den tirol kliniken und gibt Einblicke hinter die Kulissen des Krankenhausalltags. Der Artikel „Wussten Sie, dass“ zu Medizingasen ist in der Herbstausgabe „Luft“ erschienen. Alle Ausgaben finden Sie im HOCH³-Archiv.


